Damit die Anlage läuft

Ungeplanten Bedarfen in der Produktion begegnen

09.09.2026
von Redaktion MY FACTORY

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Situationen wie diese sind ein Albtraum: Die Produktion läuft auf Hochtouren, die Auslastung ist am Limit, Lieferfristen sind fixiert – und plötzlich steht die Maschine. Was auf den ersten Blick wie ein einzelnes technisches Problem wirkt, entpuppt sich in der industriellen Realität oft als systemische Herausforderung. Denn wenn ein ungeplanter Bedarf auftritt, ist es entscheidend, wie resilient die Beschaffungsstrategie darauf antwortet.

Michael Schlagenhaufer, bei Conrad Electronic für den Bereich Manufacturing & Maintenance zuständig: „Ungeplanter Bedarf infolge von Maschinenstillständen in Produktion und Fertigung ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.“

Die Annahme, dass ein reibungsloser Betrieb der Standard sei, hält dem Realitätscheck meist nicht stand. Schon kleinste Unregelmäßigkeiten führen zu kostspieligen Ausfällen. Die Dringlichkeit des Themas unterstreicht Michael Schlagenhaufer, bei Conrad Electronic für den Bereich Manufacturing & Maintenance zuständig: „Ungeplanter Bedarf infolge von Maschinenstillständen in Produktion und Fertigung ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.“

Die wirtschaftliche Tragweite ist enorm. Daten, wie sie etwa im „Value of Reliability Report” von ABB erhoben wurden, untermauern dies: Trotz modernster präventiver und prädiktiver Wartungssysteme sind 67 Prozent aller Industriebetriebe in Deutschland mindestens einmal im Monat mit ungeplanten Maschinenausfällen konfrontiert. Dauert dieser Stillstand drei Tage, summieren sich die Verluste beim Bruttogewinn im Schnitt auf 70.000 Euro. Die gesamtwirtschaftliche Dimension ist noch beeindruckender: Ein Maschinenstillstand kostet die deutsche Industrie statistisch gesehen 147.000 Euro pro Stunde.

Die Grenzen präventiver Wartung

Vorausschauende Wartung kommt in modernen Produktionen immer häufiger zum Einsatz. Im Gegensatz zur präventiven Wartung ermöglicht sie es, Verschleißmuster zu erkennen, bevor ein Bauteil den Dienst versagt. Doch die digitale Sensorik stößt an ihre Grenzen, sobald externe Faktoren oder unvorhersehbare Einflüsse ins Spiel kommen. Hier liegt der Knackpunkt für viele Instandhaltungsleiter und Einkaufsverantwortliche.

„Vorausschauende Wartung hilft zweifelsohne dabei, Maschinenstillstände zu vermeiden. Es existieren aber dennoch zu viele andere Faktoren außerhalb des Einflussbereichs der Instandhaltung, die zu kostenintensiven Produktionsausfällen und damit verbundenen unvorhergesehenen Bedarfen führen“, erklärt Michael Schlagenhaufer. Zu diesen Variablen gehören unter anderem Materialfehler, elektrische Störungen, unvorhergesehene Konstruktionsänderungen oder klimatische Einflüsse.

Besonders für KMUs stellt dies ein erhebliches Risiko dar. Im Gegensatz zu Großkonzernen verfügen sie häufig nicht über die personellen Puffer oder die hochentwickelten internen Eskalationsprozesse, die bei einem plötzlichen Maschinendefekt notwendig wären.

Beschaffung als strategische Disziplin

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist eine Überprüfung der aktuellen Beschaffungsstrategie erforderlich. Es reicht nicht aus, zu reagieren. Die professionelle Bewältigung ungeplanter Bedarfe erfordert eine Symbiose aus strategischer Planung und operativer Reaktionsschnelligkeit. Genau hier setzt die Conrad Sourcing Platform an, die sich in den vergangenen Jahren konsequent vom klassischen Händler zum ganzheitlichen Lösungsanbieter für die Deckung von technischem Bedarf transformiert hat.

Die Kernkompetenz liegt dabei in der Bereitstellung von Bauteilen und Zubehör bei gleichzeitiger Prozessoptimierung. Michael Schlagenhaufer verdeutlicht: „Ob Großbestellungen für eine optimale Lagerhaltung oder einzelnes Ersatzteil, wenn’s brennt: Seit mehr als 25 Jahren beschaffen wir Bauteile, Messtechnik und Zubehör für Maschinen und Anlagen. Daher sind wir mit möglichen Ursachen, Anforderungen und Lösungen für den professionellen Umgang mit Maschinenstillständen vertraut und teilen dieses Wissen rund ums Thema ungeplante Bedarfe gerne.“

Werkzeuge für mehr Resilienz

Wer Versorgungssicherheit langfristig sicherstellen möchte, muss die Ursachen analysieren und Methoden zur Risikominimierung implementieren. Erfolgreiche Strategien gegen ungeplante Stillstände basieren auf belastbaren betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Ansätze wie Break-Even-Analysen zur Bestimmung wirtschaftlicher Sicherheitsbestände oder ABC-XYZ-Bewertungen zur Klassifizierung von Ersatzteilen helfen dabei, Prioritäten im Einkauf zu setzen.

Darüber hinaus gilt es, Lieferantenstrategien zu diversifizieren. Ein Mix aus verlässlichen Rahmenverträgen für den Regelbetrieb und gezielten Second-Sourcing-Strategien für kritische Komponenten erhöht die operative Beweglichkeit. Klare Entscheidungsmodelle, die regeln, wann ein Express-Zuschlag wirtschaftlich vertretbar ist und wann auf Alternativkomponenten zurückgegriffen werden kann, bilden das Rückgrat einer professionellen Krisenreaktion.

Florian Ebner, Experte für 3D-Druck bei Conrad Electronic: „Vor allem in den Maschinenparks von KMUs sind häufig ältere Modelle zu finden, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Fällt hier eine Komponente aus, ist 3D-Druck das ideale Instrument, um schnell und unkompliziert für Ersatz zu sorgen.”

Additive Fertigung als Joker

Ein oft unterschätzter Hebel im Kampf gegen Stillstandkosten ist der 3D-Druck. Die additive Fertigung bietet eine Flexibilität, die insbesondere bei veralteten Anlagen, für die keine Originalteile mehr am Markt verfügbar sind, den Unterschied zwischen einer stundenlangen Unterbrechung und einer mehrtägigen Blockade ausmachen kann. Florian Ebner, Experte für 3D-Druck bei Conrad Electronic, betont die wachsende Bedeutung dieser Technologie: „3D-Druck ist kein Hype mehr, sondern wird im industriellen Kontext vielerorts bereits als praktisches Tool genutzt, um die Fertigung flexibler und somit produktiver zu machen.“ Trotzdem nutzen viele Unternehmen das volle Potenzial noch nicht aus: „Wenn es richtig schnell gehen muss, weil eine Maschine aufgrund von Materialversagen stillsteht, kann es ein enormer Vorteil sein, wenn ich Ersatzteile wie etwa Halterungen, Ritzel oder Scharniere vor Ort additiv fertigen kann.“

Dies gilt insbesondere für KMUs, deren Maschinenpark oft durch eine hohe Varianz an älteren Modellen geprägt ist. „Vor allem in den Maschinenparks von KMUs sind häufig ältere Modelle zu finden, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Fällt hier eine Komponente aus, ist 3D-Druck das ideale Instrument, um schnell und unkompliziert für Ersatz zu sorgen”, so Florian Ebner weiter. Neben der reinen Ersatzteilbeschaffung eröffnet der 3D-Druck zudem Möglichkeiten zur Prozessoptimierung, beispielsweise durch die Herstellung maßgeschneiderter Montagehilfen oder die schnelle Integration neuer Sensorik in bestehende Anlagen, Stichwort Retrofit.

Kosten senken und Lieferfähigkeit sichern: Im Conrad Whitepaper geht es um den zielgerichteten Umgang mit ungeplanten Bedarfen.

Den Ausnahmezustand steuern

Ungeplanter Bedarf lässt sich in einer komplexen industriellen Welt nie zu 100 Prozent eliminieren, doch er ist beherrschbar. Unternehmen, die ihn als steuerbare Variable begreifen, sichern sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Der Schlüssel liegt in der Kombination aus fundierter Ursachenanalyse, der Nutzung technologischer Innovationen wie der additiven Fertigung und einem zuverlässigen Beschaffungspartner, der auch in unvorhergesehenen Situationen in der Lage ist, das richtige Bauteil umgehend zu liefern.

Detaillierte Informationen, eine praktische Checkliste sowie ein ausführliches Whitepaper gibt es unter folgendem Link:

conrad.de/schnell-reagieren

Text- und Bildquelle: Conrad Electronic; Aufmacher: : Illustration generated by ChatGPT-4o; Bild unten: Success Media – stock.adobe.com (Foto links) / Ilustration generated by ChatGPT-4o (Foto rechts)

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