Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) gewinnt im Maschinen- und Anlagenbau deutlich an Bedeutung für Geschäftsprozesse. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage von VDMA Software und Digitalisierung. Insbesondere in der Softwareentwicklung (51 Prozent), im Marketing (36 Prozent) sowie im Kundendienst und Service (26 Prozent) hat KI für einen Großteil der Unternehmen bereits hohe Relevanz. Auch in den Produkten werden KI-Funktionalitäten zunehmend zum Standard – etwa bei Predictive Maintenance, Condition Monitoring, Betriebsoptimierung und Bedienerassistenzsystemen. Damit dürfte innerhalb weniger Jahre die überwiegende Mehrheit der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus KI in Prozessen oder Produkten verankern.
Deutliche betriebswirtschaftliche Effekte
Die Umfrage zeigt klar messbare Verbesserungen durch KI-Einsatz im Unternehmen. Die Top-4-Effekte sind:
- Verringerung des Personalaufwands (35 Prozent)
- Motivationssteigerung bei Mitarbeitenden (31 Prozent)
- Reduzierung von Prozesszeiten (31 Prozent)
- Erhöhung des Automatisierungsgrades von Prozessen und Entscheidungen (30 Prozent)
Zudem lässt sich aus der Umfrage festhalten, dass KI den Sprung vom Labor in die Werkshalle geschafft hat. 43 Prozent der Unternehmen nutzen heute schon KI- und Machine-Learning-Lösungen, 21 Prozent planen den Einstieg bis Ende 2025 und weitere 27 Prozent bis 2028.
Auf Kundenseite entstehen neue Produkte und Dienstleistungen (23 Prozent), verbesserter Service (22 Prozent) sowie Fortschritte bei Automatisierung, Durchlaufzeiten und Ressourceneffizienz.
Bei der Entwicklung setzt der Maschinenbau stark auf Eigenbau – unterstützt von IT-Dienstleistern und Forschung:
- 65 Prozent entwickeln KI selbst – basierend auf vorhandenen Softwaretools
- 48 Prozent arbeiten mit IT-Dienstleistern zusammen
- 42 Prozent kooperieren mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen
- 22 Prozent vollständige Eigenentwicklungen
Ausblick: von Einzellösungen zum geschäftskritischen System
Die Umfrage zeigt: KI wird sich von der punktuellen Anwendung zum integralen Bestandteil des Geschäftsmodells entwickeln. Datengetriebene Services verändern die Erlösmodelle – vom klassischen Maschinenverkauf hin zu Pay-per-Use- oder Performance-Verträgen.
Gleichzeitig bestehen aber auch Hürden. 45 Prozent nennen fehlende Personalressourcen, 44 Prozent einen noch nicht bewiesenen Return on Investment. 42 Prozent beklagen unzureichende Datenqualität, 37 Prozent den Mangel an qualifiziertem Fachpersonal. In Summe zeigt sich ein deutlicher Handlungsbedarf in den Bereichen Kompetenzaufbau, Datenstrategie und Change-Management.
Fazit
Der Maschinen- und Anlagenbau steht vor einem tiefgreifenden technologischen Wandel. Die VDMA-KI-Umfrage zeigt, dass KI längst nicht mehr Perspektive, sondern Realität ist – und für viele Unternehmen bereits heute messbaren Mehrwert schafft. Die erwarteten Umsatzsteigerungen sowie der große Einfluss auf zukünftige Geschäftsmodelle unterstreichen: KI ist zum zentralen Innovationstreiber der Branche geworden.
vdma.eu
Text- und Bildquelle: VDMA






