Schneidemühlen

Zerkleinerungstechnik mit Pre- und Post-Processing

23.09.2026
von Redaktion MY FACTORY

#

Auf der kommenden Fakuma in Friedrichshafen präsentiert sich Getecha nicht nur als Hersteller hochwertiger Schneidmühlen, sondern insbesondere als All-in-One-Partner für die Realisierung von Prozesslösungen von der Zerkleinerungs- über die Förder- und Absaug- bis zur Entstaubungs- und Verpackungstechnik.

Seit Jahren legen die Unternehmen der Kunststofftechnik großes Augenmerk auf die lückenlose Inhouse-Aufbereitung der Reste aus ihren Verarbeitungsprozessen und deren wertstofforientierte Rückführung in produktionsnahe Materialkreisläufe. Dieser Entwicklung folgend hat der deutsche Anlagenbauer Getecha schon früh damit begonnen, für seine internationale Kundschaft komplette Prozesslösungen zu realisieren, die über die Zerkleinerungstechnik hinaus auch weitere Stufen der Zuführung, Aufbereitung und Konditionierung des gewonnenen Mahlguts miteinschließen. So kann das Aschaffenburger Unternehmen heute sowohl den Kunststoffverarbeitern als auch der Recyclingindustrie nicht nur eine große Auswahl an modernen Schneidmühlen unterschiedlicher Leistungsklassen anbieten, sondern darüber hinaus auch hochgradig automatisierte Förder-, Absaug-, Entstaubungs- und Verpackungsanlagen (Bild) für das Pre- und Post-Processing des Materials.

Nachgelagerte Materialfluss-Lösungen

Ein prozesstechnisches Highlight des Fakuma-Auftritts von Getecha ist die vielseitige Trichtermühle RS 38060. Deren energieeffizienter, überlastgeschützter Motor (22 kW) treibt einen Variationsrotor (Schneidkreis 380 mm) an, dessen hydraulischer Andruckstempel selbst die Aufnahme großer Teile erlaubt. Auf der Messe ist die Mühle mit einer Vorstufe und einer Nachbearbeitung ausgerüstet.
Die Vorstufe bildet das innovative Zuführsystem HHS, dessen Dosierschieber dem Schneidrotor das zu verarbeitende Material horizontal und lastabhängig zuführt. Dabei kann der Nutzer materialabhängig unterschiedliche Steuerprogramme auswählen, die Tempo und Druck der Zuführung regeln. Das HHS verleiht der Mühle die Fähigkeit, voluminöse Hohlkörper (z.B. Blasformteile) inklusive Butzen direkt – also eine Vorzerkleinerung – zu einem Mahlgut der gewünschten Korngröße zu verarbeiten. Für den Betreiber erübrigt sich damit der Einsatz vorgelagerter Shredder und sämtlicher Förderstrecken zwischen primärer und finaler Zerkleinerung.
Als Lösung für die Nachbearbeitungsstufe zeigt Getecha auf der Messe eine Absauganlage, deren Luftstrom das Mahlgut aus der Mühle herausfördert sowie ein Entstaubungssystem vom Typ GE 50, das das Mahlgut mit einer Volumenleistung von bis 1.000 kg/h von Feinanteilen, Staub und Störpartikeln befreit.
Beide Systeme stehen exemplarisch für eine attraktive Auswahl nachgelagerter Materialfluss-Lösungen, die Getecha für den kontinuierlichen Prozessablauf anbietet. Dazu gehören – unter anderem – verschiedene skalierbare Saugeinheiten, die das Mahlgut sauber und kontrolliert zum gewünschten Einsatzort transportieren sowie Entstaubungssysteme, die das Mahlgut in nahezu neuwertigen Wertstoff verwandeln. Das so behandelte Material kann schließlich in einer Sack- oder BigBag-Verpackungsanlage – ebenfalls von Getecha – gesammelt werden und ist optimal konditioniert für die Weiterverarbeitung.

Vielseitige Zentralmühle

Als Ideallösung zum Zerkleinern mittlerer bis größerer Volumen von Kunststoffabfällen und Resten zeigt Getecha auf der Messe die Zentralmühle RS 45090, die für kontinuierliche Durchsätze von bis zu 1.000 kg/h ausgelegt ist. Je nach Konfiguration kann sie sowohl Fehlteile als auch Platten und Rohre zerkleinern. Sie verfügt über mehrere Bypasstrichter und einen 45 kW-Motor, der drei oder fünf Reihen mit aufgesetzten Rotormessern (Rotordurchmesser 450 mm) gegen zwei Statormesser antreibt.
Der Durchmesser der Sieblöcher beträgt serienmäßig 8,0 mm, lässt sich aber an verschiedene Materialien anpassen. Der Aufgabetrichter der Mühle kann manuell beschickt werden oder zur Prozessautomatisierung mit einer Zuführbahn ausgestattet werden. Trichter und Mühlenkörper sind doppelwandig mit einer integrierten Schalldämmung ausgeführt. Der Antrieb ist nach oben und in das Gehäuse verlegt, so dass die Mühle trotz ihrer Größe relativ wenig Stellfläche beansprucht. Die Öffnungshydrauliken des Trichters und des ausfahrbaren Siebwagens vereinfachen Reinigung und Instandhaltung.

Lösung für Spritzguss im Sauberraum

Ausgelegt für den Einsatz in der Spritzgießtechnik ist die laufruhige Beistellmühle GRS 180, die Getecha auf der Fakuma zeigt. Sie eignet sich für hygienesensible Umgebungen, da sie dank integrierter Absaugung und optimierter Dichtungstechnik kaum Partikel abgibt (<1,0 µm). Zudem ermöglicht ein Spezialtrichter mit Automatik-Doppelschieber das rückspritzfreie Einschleusen von Angüssen und Resten. Über eine integrierte Steuerung lässt er sich an wechselnde Zyklen anpassen. Wird die GRS 180 mit zusätzlichem Verschleißschutz sowie Rotor- und Statormessern mit Hartmetalleinsätzen ausgestattet, zerkleinert sie auch abrasives Material. Dank ihres sparsamen 2,2 kW-Antriebs erreicht sie Durchsätze von bis zu 35 kg/h.
Für die Spritzgusstechnik interessant ist auch die kompakte Beistellmühle RS 150, die dank geringer Hüllmaße nur wenig Platz beansprucht und von Getecha mit Nieder- und Hochgestell angeboten wird. Das vielseitige Trichtermodell eignet sich zum manuellen oder automatischen Zuführen von Angüssen und Fehlteilen über die Handlingsysteme der Spritzgussmaschinen. Dabei erreicht selbst beim Verarbeiten von TPE und POM exzellente Mahlgutqualitäten. Zudem punktet sie mit geringem Energiebedarf und lässt sich auf Aufgabehöhen von etwa 775 bis 1.280 mm abstimmen. An ihren horizontal positionierten Drei-Messerrotor lässt sich eine Absauganlage anschließen.

Fakuma: Halle A3, Stand 212

Text- und Bildquelle: Getecha

Jetzt Newsletter abonnieren

Technologische Innovationen und Branchentrends aus allen Teilbereichen der Fluidtechnik –
Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Hier registrieren

Weitere Artikel

Forschungsplattform für robotergestütztes Rührreibschweißen
Forschungsplattform für robotergestütztes Rührreibschweißen

Mit einer neuen Forschungszelle für das Rührreibschweißen (Friction Stir Welding, FSW) erweitert die Hochschule Magdeburg-Stendal gemeinsam mit Kuka Systems AWS ihre Möglichkeiten für die Entwicklung und Erprobung innovativer Fertigungsprozesse.

Automatisierung auf kleiner Fläche
Automatisierung auf kleiner Fläche

Begrenzte Hallenflächen und wechselnde Losgrößen stellen viele Unternehmen vor die Frage, wie sie Säge-, Lager- und Materialflussprozesse automatisieren können. Mit dem KASTOcenter compact stellt Kasto eine skalierbare Lösung vor, die zentrale Schritte in einer kompakten Anlage verbindet.

Bewerbungsphase für Hermes Award ist eröffnet
Bewerbungsphase für Hermes Award ist eröffnet

Anlässlich der Hannover Messe 2027 schreibt die Deutsche Messe AG erneut den Hermes Award und den Hermes Startup Award aus. Mit diesen Awards werden Produkte oder Lösungen mit hohem technologischen Innovationsgrad und aktueller Marktreife ausgezeichnet. Die Gewinner werden bei der Eröffnung der Weltleitmesse für die produzierende Industrie bekannt gegeben.

You have Successfully Subscribed!