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DBU fördert Startup Palprint mit 125.000 Euro

Passgenaue Verpackungen per 3D-Druck

20.05.2026
von Redaktion MY FACTORY

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Bild: Wie angegossen: So wie hier für Getriebeteile werden die Verpackungen aus dem 3D-Drucker des Startups Palprint genau an den Inhalt angepasst – und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem PET.

Übergroße Einwegverpackungen sind nach wie vor Standard in der industriellen Logistik. Das Startup Palprint aus Paderborn will dies ändern und erarbeitet ein System für einen nachhaltigen Verpackungskreislauf – mit passgenauen Verpackungen per 3D-Druck aus recyceltem PET. Nach Nutzung dienen sie nahezu vollständig wieder als Rohstoff für neue Verpackungen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Startup mit 125.000 Euro.

Vermeidung von übergroßen Verpackungen und unnötigen Müllmengen

Eine funktionierende Logistik ist für viele Branchen in Deutschland „Motor für erfolgreiches Wirtschaften“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Transport, Umschlag und Lagerung von Gütern bieten zugleich viele Komponenten für mehr Nachhaltigkeit – und zudem Optionen für wirtschaftliche Optimierung“, so Bonde weiter. Einen solchen innovativen Ansatz entwickelt das Startup Palprint – eine Ausgründung aus der Garage33, dem Gründungszentrum der Universität Paderborn. Das junge Unternehmen konzentriert seine Tätigkeit derzeit auf den Maschinen- und Anlagenbau, um speziell dieser Branche die Fertigung individueller Verpackungen per 3D-Druck zu ermöglichen. Hierbei werden Materialen in einem Drucker Schicht für Schicht aufgetragen, um dreidimensionale Objekte herzustellen.

Die Palprint-Geschäftsführer Paul Lindner (links) und Andreas Ribul-Olzer haben ihr Unternehmen in der Garage33 konzipiert – einem Zentrum für junge Gründende der Universität Paderborn.

Die Palprint-Gründer Paul Lindner und Andreas Ribul-Olzer: „Wir stellen Verpackungen in den Firmen passgenau für das jeweilige Bauteil her.“ Die Basis sei recyceltes PET – ein Kunststoff, der auch bei vielen Ein- und Mehrwegflaschen zum Einsatz kommt. Gelöst werden soll auf diese Weise folgende Herausforderung: „Oft bestellen Firmen große Mengen standardisierter Verpackungen, die für die speziellen Bauteile im Maschinenbau nicht gemacht sind und Übergröße haben“, erklären die Palprint-Gründer. „Diese Verpackungen müssen aufwändig gelagert werden und landen nach einmaligem Benutzen im Müll.“ Durch die 3D-Methode will Palprint derartigen Abfall erheblich minimieren.

Palprint liefert Software und Hardware als Gesamtsystem

Neben der Fertigung passgenauer Verpackungen in Auftragsfertigung bietet Palprint vor allem eine Systemlösung: Je nach Kundenbedarf liefert das Startup 3D-Drucker von Partnerunternehmen samt eigener Software und Materialversorgung und stellt diese als Gesamtsystem zur Verfügung. Ribul-Olzer: „Mithilfe solcher Systeme kann ein Betrieb für das zu verpackende Maschinen- oder Ersatzteil mit 3D-Daten automatisiert Verpackungen generieren und direkt vor Ort passend drucken.“ Ziel sei eine möglichst einfache Bedienung.

Gemeinsam mit zwei Fraunhofer-Instituten entwickelt das Startup Palprint eine Methode zum 3D-Druck auf Basis von PET-Schaum. Damit kann der Herstellungsprozess erheblich beschleunigt werden.

Palprint arbeitet darüber hinaus mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) an einer Variante des 3D-Drucks per PET-Schaum. „Viele kennen 3D-Druck als langsame Angelegenheit. Doch unser Schaum expandiert bis zu 75 Prozent schneller auf die gewünschte Größe bei bis zu 90 Prozent geringerem Gewicht “, so Ribul-Olzer. Auf diese Weise könne das Unternehmen auch große Volumen in Styropor-Haptik zügig herstellen. Der Palprint-Mitgründer weiter: „Das Material bleibt recyceltes PET. Der Schaum kann wieder eingeschmolzen und für neue Verpackungen verwendet werden.“

Rohstoffe im Kreislauf halten

 

Palprint peilt zudem den Aufbau eines Recycling-Kreislaufs an: „Ab einer gewissen Menge benutzter Verpackungen aus unserem System holen wir den Müll mit ausgewählten Partnerunternehmen ab, recyceln ihn und verwenden ihn wieder als neuen Rohstoff“, erklärt Lindner. Die Verpackungen des Startups werden laut dem Mitgründer „nahezu 100 Prozent aus recyceltem PET hergestellt. Das vereinfacht das Recycling erheblich, da keine Materialien getrennt werden müssen“. So würden wichtige Rohstoffe langfristig im Kreislauf gehalten und Kunststoffabfälle minimiert. Auch der Transport- und Lageraufwand reduziert sich nach Lindners Worten deutlich: „Einzig die Kunststoff-Rezyklate müssen angeliefert werden. Diese lassen sich platzsparend transportieren und lagern.“

Ebenfalls geplant seien mehrfach verwendbare Verpackungen und ein zugehöriges Pfandsystem. Lindner weiter: „All diese Ansätze sorgen durch Kreislaufwirtschaft, Materialeinsparung und Müllvermeidung für aktiven Umweltschutz – gleichzeitig soll sich das System für Unternehmen finanziell mehr lohnen als der Ankauf und die Lagerung immer neuer Einwegverpackungen.“

Über die Green Startup-Förderung

Mit der Green Startup-Förderung unterstützt die DBU Gründerinnen und Gründer, die auf innovative und wirtschaftlich tragfähige Weise Lösungen für Umwelt, Ökologie und Nachhaltigkeit entwickeln. Mehr Informationen gibt es unter https://www.dbu.de/startup

www.dbu.de

Text- und Bildquelle: Palprint

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