Der Bruchsaler Antriebs- und Automatisierungsexperte SEW-Eurodrive hat auf der Hannover Messe 2026 ein neues strategisches Fokusthema vorgestellt: den konsequenten Aufbau eines offenen, skalierbaren und unabhängigen europäischen Robotikportfolios.
Das deutsches Familienunternehmen mit 95 Jahren Industrie-Erfahrung investiert bewusst in eine neu gedachte europäische Industrierobotik – modular, interoperabel und basierend auf dem seit Jahrzehnten gewachsenen Baukastensystem der Bruchsaler Firma. „Wir wollen Robotik in Europa nicht nur anwenden, sondern aktiv gestalten – offen, unabhängig und technologisch souverän“, betont Tobias Nittel, Head of Corporate Solution Center – Electronics bei SEW-Eurodrive.
Am Messestand des Unternehmens auf der Hannover Messe konnten Besucher das Zusammenspiel moderner Robotiklösungen in einem realitätsnahen industriellen Szenario erleben. Im sogenannten Bewegungsmodell arbeitete ein Knickarmroboter mit mobilen Transportsystemen (AMR) zusammen, während ein Delta Roboter den Prozess ergänzte. Gemeinsam bildeten sie einen vollständigen Ablauf aus der Kommissionier- und Lagertechnik ab und zeigten, wie Robotik und Intralogistik künftig ineinandergreifen.
Ein weiterer Schwerpunkt war eine vollautomatisierte End-of-line-Anwendung aus der Getränkeindustrie. Das Palettieren von Getränkekisten demonstrierte, wie sich Knickarmroboter aus dem Baukasten von SEW-Eurodrive präzise und zuverlässig in bestehende Produktionslinien integrieren lassen. Als zusätzliches Highlight konnten sich Besucher von einem Knickarmroboter der 45-kg-Klasse ein Getränk abfüllen lassen.

Auf der Hannover Messe zeigte SEW-Eurodrive die Breite seines Robotikportfolios – von stationären Anwendungen am Rundlaufmodell über Übergabeprozesse zwischen AMR und modularer Elektrohängebahn bis hin zu Delta-Robotern (Bild)
Komplette Robotiklösungen „out of the box“
Darüber hinaus zeigte das Unternehmen die Breite seines Robotikportfolios – von stationären Anwendungen am Rundlaufmodell über Übergabeprozesse zwischen AMR und modularer Elektrohängebahn bis hin zu Delta-Robotern, die vor Ort virtuell in Betrieb genommen werden können. Die unterschiedlichen Stationen verdeutlichten, wie sich mit den ganzheitlichen Angeboten von SEW-Eurodrive rasch komplette Robotiklösungen „out of the box“ realisieren lassen.
Die Basis dafür bildet eine integrierte Hardware und Softwareplattform, die Automatisierung und Inbetriebnahme vereinfacht. Optimal abgestimmte Komponenten sorgen für präzise und zuverlässige Bewegungen, applikationsspezifische Getriebe und Antriebslösungen erhöhen die Effizienz. Eine einheitliche Bedienplattform reduziert Komplexität, während ein durchgängiger End-to-End-Service Kunden in allen Projektphasen unterstützt.
Mit dem Ausbau des Robotikportfolios geht das Unternehmen einen entscheidenden Schritt vom Komponentenhersteller zum ganzheitlichen Lösungsanbieter. Die hochwertige Mechanik für seine Roboterlösungen bezieht SEW-Eurodrive von autonox Robotics und kombiniert sie ausschließlich mit eigener Antriebs-, Umrichter- und Steuerungstechnik zu vollständigen Roboterlösungen im eigenen Design. „Antrieb und Steuerung können wir – ergänzt um die Mechanik von autonox Robotics bieten wir nun ein Gesamtpaket, das bewusst auf Qualität setzt und unser Portfolio sinnvoll stärkt“, hebt Tobias Nittel hervor.
Darüber hinaus entsteht gemeinsam mit Partnern wie Safelog, ScaliRo und ISG ein offenes, flexibel skalierbares Ökosystem, das Planung, Simulation und Integration auf offenen Plattformen ermöglicht. Die gemeinsam mit Safelog entwickelte Software stellt dabei eine nahtlose Einbindung in die Steuerung kompletter intralogistischer Prozesse einer softwaredefinierten Fabrik sicher.
SEW-EurodriveE setzt damit nicht nur technologisch Zeichen: „Robotik ist für uns ein Schlüssel, um die Industriestandorte Deutschland und Europa langfristig zu stärken“, erklärt Tobias Nittel. „Im Zusammenspiel mit domänenspezifischen AI-Lösungen bietet eine unabhängige europäische Industrierobotik Potenziale, die Produktivität zu sichern, dem Fachkräftemangel zu begegnen und die technologische Souveränität im globalen Wettbewerb zu erhalten.“
Text- und Bildquelle: SEW-Eurodrive






