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Wie eine innovative Wertschöpfung den Maschinen- und Anlagenbau zukunftsfähig macht

Forschungsbeirat Industrie 4.0 veröffentlicht Impulspapier

14.11.2025
von Redaktion MY FACTORY

Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 stellt mit dem Impulspapier „Erfolgreiche digitale und datengetriebene Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 mit Fokus auf dem Maschinen- & Anlagenbau“ anhand von fünf Fallbeispielen aus der Industrie konkrete Erfolge bei der Monetarisierung und Skalierung vor. Auf dieser Basis werden Erfolgskriterien für die Wertschöpfung erarbeitet, um digitale Geschäftsmodelle wie beispielsweise Remote-Operation-Support, Predictive Maintenance oder KI-gestützte Datenanalyse marktfähig zu machen. Ziel ist es, mehr datengetriebene Geschäftsmodelle im Kontext der Industrie 4.0 am Markt zu etablieren, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Souveränität des Wirtschaftsstandorts Deutschlands zu stärken.

Das Impulspapier richtet sich vor allem an Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, die ihre Geschäftsmodelle erneuern wollen. Es zeigt an konkreten Use Cases, wo führende Unternehmen in der Praxis stehen und welchen Weg sie gegangen sind. Das Papier soll Wirtschaft, Wissenschaft und Politik Orientierung geben und zur Transformation der Geschäftsmodelle in der Branche beitragen. Dazu beleuchtet es unter anderem folgende Fragen:

  • Welche digitalen und datengetriebenen Geschäftsmodelle sind in der Wertschöpfung erfolgreich?
  • Welche konkreten Erfolge in Monetarisierung und Skalierung konnten damit erzielt werden?
  • Welche weiteren Forschungs- und Entwicklungsbedarfe bestehen?
Fünf Praxisbeispiele: Wie kann man digital und datengetrieben Geld verdienen?

Im Maschinen- und Anlagenbau werden fünf neue digitale Geschäftsmodelle anhand von erfolgreich umgesetzten Praxisbeispielen analysiert. Diese reichen von Remote Operation Support, bei dem Kunden im Betrieb zeitweise durch das Remote-Betreiberteam unterstützt werden, über Smart Services wie dem „Health Index“, um den Zustand einer Maschinen-Komponente zu erfassen und diese vorausschauend warten zu können, und B2B-Plattformen, die Leistungen verschiedener Anbieter bündeln, bis zu KI-gestützten Datenanalyse-Tools, um die Produktivität zu steigern.

Für den Erfolg ist es wichtig, die Bedürfnisse des Endkunden zu verstehen und den Kundennutzen möglichst greif- und messbar zu machen. Datengetriebene Industrie 4.0-Lösungen ermöglichen eine faktenbasierte, transparente und somit nachvollziehbare Kommunikation des Nutzens und darauf basierende Kauf- bzw. Nutzungsentscheidungen, anstatt sich lediglich auf ein „Bauchgefühl“ verlassen zu müssen.

Neue Geschäftsmodelle erfordern zudem oft organisatorischen Wandel und technologische Entwicklungen sowie die Zusammenarbeit in Wertschöpfungsnetzwerken. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen muss es leicht und bezahlbar sein, an Ökosystemen der Industrie 4.0 teilzunehmen.

Herausfordernd sind zunächst viele datenbezogene Fragestellungen rund um Konnektivität, Interoperabilität und Datensouveränität: Welche Standards für Schnittstellen und Prozesse sind in der Zusammenarbeit geeignet? Bleiben die Daten der Unternehmen sicher und die Unternehmen souverän beim Datenaustausch?

Erlösmodelle wie Pay-per-Use, bei dem Kunden nur für die tatsächliche Nutzung von Industrie-4.0-Lösungen zahlen, diese aber nicht erwerben, sind zudem häufig komplex und fordern neue Ansätze der Preisgestaltung; dennoch zeigen Praxisbeispiele bereits erhebliche Mehrwerte, ohne das Geschäftsmodell grundlegend zu ändern.

„Die vorliegenden Beispiele verdeutlichen, dass digitale Geschäftsmodelle nachhaltige Wertschöpfung generieren. Entscheidend ist, dass jeder Akteur entlang der Wertschöpfungskette einen klaren Nutzen hat. Dies können wir durch technologisch, preislich und rechtlich einfach umzusetzende Lösungen erreichen. Genau hier sollten unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten ansetzen und damit die Voraussetzungen für eine breite Marktdurchdringung schaffen“, resümiert Forschungsbeiratsmitglied Dr.-Ing. Ursula Frank (Beckhoff Automation).

Das Impulspapier „Erfolgreiche digitale und datengetriebene Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 mit Fokus auf den Maschinen- & Anlagenbau“ steht auf der Webseite des Forschungsbeirats Industrie 4.0 kostenlos zum Download zur Verfügung.

Impulspapier hier downloaden  

Über den Forschungsbeirat Industrie 4.0

Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 trägt als strategisches und unabhängiges Gremium wesentlich dazu bei, forschungsbasierte Lösungswege für die Weiterentwicklung und Umsetzung von Industrie 4.0 aufzuzeigen und somit Orientierung zu geben – mit dem übergeordneten Ziel, das deutsche Innovationssystem und die Wertschöpfung zu stärken. Dafür kommen im Forschungsbeirat aktuell 34 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Industrie mit ihrem interdisziplinären Expertenwissen zusammen, formulieren neue, vorwettbewerblich beantwortbare Forschungsimpulse bzw. -bedarfe, zeigen mittel- bis langfristige Entwicklungsperspektiven auf und leiten Handlungsoptionen für die erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0 ab. Die Forschung im Bereich Industrie 4.0 fokussiert sich dabei verstärkt auf Themen wie Nachhaltigkeit, Resilienz, Interoperabilität, technologische bzw. strategische Souveränität und die zentrale Rolle des Menschen. Die Arbeit des Forschungsbeirats wird von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften koordiniert, vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.

Text- und Bildquelle: acatech

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