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Fördertechnik und Intralogistik

Mehr Schatten als Licht in der Intralogistikbranche

11.03.2026
von Redaktion MY FACTORY

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Schwache Nachfrage in Schlüsselbranchen und Investitionszurückhaltung bremsen die Fördertechnik- und Intralogistikhersteller in Deutschland aus. Produktionsvolumen und Exporte sinken 2025. Für 2026 ist noch keine Trendwende in Sicht.

Für die Fördertechnik- und Intralogistikanbieter in Deutschland steht unter dem Jahresabschluss 2025 ein Minus von 7 Prozent im Produktionsvolumen. Damit fällt der Wert auf 25,8 Milliarden Euro. Die hiesigen Hersteller kämpfen vor allem mit der schwachen Industriekonjunktur, rückläufiger Nachfrage in wichtigen Schlüsselbranchen wie beispielsweise dem Automobilsektor, aber auch mit geopolitischen Unsicherheiten und veränderten Wettbewerbsbedingungen auf dem internationalen Parkett.

„Die Nachfrage in einzelnen Produktbereichen ist teils deutlich zurückgegangen. Während das erste Halbjahr 2025 noch recht stabil im Vergleich zum Vorjahr verlief, ging die Produktion im zweiten Halbjahr zurück. Etliche Investitionen wurden verschoben, der strukturelle Bedarf bleibt aber hoch. Deshalb erwarten wir spätestens ab 2027 eine Erholung“, sagt Jan Drömer, Vorstandsvorsitzender des VDMA-Fachverbands Fördertechnik und Intralogistik und CIO der Neura Mobile Robots GmbH.

Da aufgrund der aktuellen Bedingungen kurzfristig kein Wachstum zu erwarten ist, geht der Fachverband für 2026 von einer gleichbleibenden Entwicklung und einem erneuten Produktionsvolumen in Höhe von 25,8 Milliarden Euro aus.

Entwicklung des Produktionsvolumens der deutschen Intralogistikbranche

Entwicklung des Produktionsvolumens der deutschen Intralogistikbranche

Intralogistikexporte aus Deutschland rückläufig

Zu den veränderten internationalen Wettbewerbsbedingungen zählen die US-Zölle. Die USA sind der wichtigste Handelspartner für deutsche Intralogistikanbieter. 2025 lag das Exportvolumen bei rund 2,3 Milliarden Euro, 7 Prozent niedriger als noch 2024. Zwar reagierte die Industrie mit punktuellen Vorzieheffekten auf die im Sommer 2025 eingeführten Sonderzölle auf Stahl und Aluminium, doch unterm Strich belasteten die verschärften Handelsbedingungen den Warenaustausch.

Auch das Gesamtexportvolumen der hiesigen Hersteller ging 2025 insgesamt zurück. Mit rund 18,6 Milliarden Euro lag es 7 Prozent unter dem Vorjahreswert (2024: 20,1 Milliarden Euro). In Europa (EU27 sowie die anderen europäischen Länder) verbleiben ca. 60 Prozent aller deutschen Intralogistikexporte mit einem Wert von 11,6 Milliarden Euro. Zu den wichtigsten Handelspartnern gehören hier Frankreich (1,1 Milliarden Euro Exportvolumen), Italien (1 Milliarde Euro) und die Niederlande (1 Milliarde Euro). China rangiert mittlerweile auf Platz 14 der Kundenländer. Hier wurden 2025 Intralogistikexporte in Höhe von 326,8 Millionen Euro verzeichnet, ein Minus von 22,8 Prozent gegenüber 2024.

Deutsche Intralogistikexporte 2025

Deutsche Intralogistikexporte 2025

Europäische Intralogistikbranche schwächelt

Der europäische Außenhandel zeigt für 2025 bislang einen Rückgang von ca. 5 Prozent gegenüber 2024, trotz hoher Binnenhandelsaktivität. Das Gesamtexportvolumen der EU27-Länder lag bis einschließlich November 2025 bei rund 53,9 Milliarden Euro. Über die Hälfte dieser Exporte verblieb in der EU. Europa profitiert also von seinem starken Binnenmarkt, kämpft aber mit strukturellen Belastungen wie hohe Energiepreise, geopolitischen Risiken und der schwachen Entwicklung in zentralen EU-Industrien. Die fünf größten Exporteure der EU sind Deutschland, Italien, die Niederlande, Frankreich und Österreich.

Fazit

Trotz der derzeitigen wirtschaftlichen Schwäche signalisieren wichtige Indikatoren, dass die Intralogistikbranche vor einem möglichen Wendepunkt in den kommenden zwei Jahren stehen könnte. Der Automatisierungsbedarf ist hoch, Technologieinvestitionen im Handel, in der Industrie und in der Logistik bleiben langfristig treibend und verschiedene globale Wachstumsregionen bieten Chancen zur Risikodiversifizierung. Gleichwohl können die Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Entwicklungen, wie durch den Krieg in der Golfregion, derzeit nicht verlässlich abgesehen werden.

Unter den gegebenen Bedingungen sieht der Fachverband die Stagnation 2026 dennoch als Bodenbildung, von dem aus ab 2027 wieder Wachstumsimpulse erwartet werden.

 

Text- und Bildquelle: Shutterstock, VDMA

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