1. Home
  2. /
  3. Stellenabbau im Maschinenbau in...
„Hohe Standortkosten drücken die Beschäftigung"

Stellenabbau im Maschinenbau in Deutschland

19.08.2026
von Redaktion MY FACTORY

#

Zwar haben sich die Aussichten im Maschinen- und Anlagenbau zuletzt leicht aufgehellt, viele Unternehmen befinden sich jedoch weiterhin in einer Unterauslastung – und dies schon seit geraumer Zeit. Das hinterlässt zunehmend Spuren am Arbeitsmarkt. Im ersten Halbjahr ist die Beschäftigung im Maschinenbau in Deutschland um 2,8 Prozent zum Vorjahr gesunken. Der VDMA fordert daher mit Nachdruck wirksame Reformen zur Stärkung des Standorts Deutschland.

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr etwa 21.500 Stellen im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland abgebaut. „Wir spüren die wirtschaftliche Schwäche des Standorts jetzt auch deutlich am Arbeitsmarkt unserer Branche“, sagt Fabian Seus, Leiter Competence Center Arbeitsmarkt im VDMA (Bild).

Zurückhaltung bei den Unternehmen

Welchen Anteil Entlassungen und Renteneintritte beim Stellenabbau jeweils haben, lässt sich nicht sagen. „Gut ein Viertel der Beschäftigten im Maschinenbau ist 55 Jahre oder älter. In der Branche gibt es viele Renteneintritte. Wenn diese Stellen jedoch nicht nachbesetzt werden können, verlieren die Betriebe wertvolles Know-how“, erklärt Seus. Langfristig könnte der Fachkräftemangel aufgrund der demografischen Entwicklung wieder zunehmen. Derzeit halten sich die Unternehmen jedoch mit Neueinstellungen zurück. „Unternehmen stellen wieder ein, wenn sie investieren. Für Investitionen sind die Kosten am Standort jedoch einfach zu hoch“, sagt Seus.

Dennoch bleibt die Ausbildung ein wichtiger Anker für die Unternehmen im Maschinenbau, wie VDMA-Umfragen zeigen. Die Beschäftigungserwartungen für Auszubildende sind vergleichsweise stabil, da Fachkräfte-Engpässe aufgrund der demografischen Entwicklung absehbar bleiben.

VDMA fordert Reformen noch in diesem Jahr

Der VDMA mahnt seit langem, dass dringend Reformen umgesetzt werden müssen. Das betrifft vor allem das Steuersystem, die Sozialversicherungen und das Dickicht bürokratischer Vorgaben. Unternehmen müssen steuerlich entlastet werden. Die Sozialabgaben müssen gesenkt und bei 40 Prozent gedeckelt werden. Zudem muss der vielfach angekündigte Bürokratieabbau endlich umgesetzt werden.

„Viele Unternehmen haben kein Verständnis mehr für das Zögern der Bundesregierung, wenn doch alle wissen, was zu tun ist. Bis zum Ende des Jahres müssen zentrale Reformen stehen, auch gegen Widerstände“, fordert der VDMA-Arbeitsmarktexperte. Aktuelle Diskussionen um die Rentenreform werfen auch grundsätzliche Fragen zur Reformfähigkeit des Standorts auf. „Das schwächt das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik und belastet Investitionsentscheidungen zusätzlich. Dem muss die Bundesregierung endlich etwas entgegensetzen“, fordert Seus.

Text- und Bildquelle: VDMA

Jetzt Newsletter abonnieren

Technologische Innovationen und Branchentrends aus allen Teilbereichen der Fluidtechnik –
Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Hier registrieren

Weitere Artikel

Software: Produktivitätshebel in der Metallverarbeitung
Software: Produktivitätshebel in der Metallverarbeitung

Die Metallverarbeitung und der Werkzeugmaschinenbau stehen unter hohem Veränderungsdruck. Steigende Kosten, volatile Märkte und zunehmende regulatorische Anforderungen zwingen Unternehmen dazu, ihre Prozesse effizienter und flexibler zu gestalten. Software entwickelt sich dabei vom unterstützenden Werkzeug zum entscheidenden Hebel für Produktivität, Qualität und Wettbewerbsfähigkeit.

AMB Award 2026: rund 50 Einreichungen
AMB Award 2026: rund 50 Einreichungen

Zum zweiten Mal verleiht die AMB, Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung, den AMB Award und würdigt damit herausragende Produktneuheiten der Metallzerspanung. Auch 2026 haben erneut rund 50 Unternehmen ihre aktuellen Innovationen in sieben Kategorien eingereicht und einer unabhängigen Fachjury präsentiert.

Metallspäne und Brikettierpresse gehören zusammen
Metallspäne und Brikettierpresse gehören zusammen

Wo Späne entstehen, sollte auch eine leistungsfähige Brikettierpresse nicht fehlen. Auf der AMB 2026 können sich Fachbesucher bei Ruf Maschinenbau über passende Lösungen informieren. Das Unternehmen präsentiert mit der flexiblen RUF Formika und der stationären RUF 4 zwei Brikettieranlagen für unterschiedliche Bedarfe.

Bearbeitungszentren und Automationslösungen aus einer Hand
Bearbeitungszentren und Automationslösungen aus einer Hand

Mit zwei vollautomatisierten Anlagen und einem Bearbeitungszentrum in Mill-Turn-Ausführung setzt Hermle bei seinen AMB-Exponaten auf bewährte Tradition – gekoppelt mit neuester Innovation. Alle Modelle werden auf der Messe in GEN2-Ausführung mit jeweils interessanten Bearbeitungsbeispielen ausgestellt.

You have Successfully Subscribed!