Die Zukunft der Spanntechnik ist cyberphysikalisch

Die Zukunft der Spanntechnik ist cyberphysikalisch

Spannmittel wandeln sich zu cyberphysikalischen Betriebsmitteln. Über den aktuellen Stand der Technik und die neuen Megatrends können sich Besucher vom 10. bis 13. März auf der Metav in Düsseldorf und auf dem VDMA-Forum Spanntechnik am 11. März informieren.

 

Zwei Wege geht die Helmut Diebold GmbH & Co. Goldring-Werkzeugfabrik aus Jungingen auf der Metav 2020 in Düsseldorf. Zum einen will das Unternehmen aktuelle Innovationen wie die Schrumpftechnik, modulare Aufnahmen oder das Ultrajet-Kraftspannfutter vorstellen. Zum anderen dient die Messe dem Unternehmen als Forum für Weiterentwicklung. „Wir sind aktuell mit Industrie 4.0 auf dem Gebiet Digitalisierung sehr aktiv“, berichtet Prokuristin Martina Diebold. „Einen ersten Vorgeschmack gibt es dazu bereits auf der Metav 2020 zu sehen.“

Die Nachfrage nach digitalen Lösungen habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. So ließe sich der Bearbeitungsprozess mit einer gläsernen Produktion, bei der jeder den Standort eines Werkstücks kennt, besser handhaben. „Die Digitalisierung macht mühsames Suchen überflüssig“, nennt Diebold einen wesentlichen Vorteil. „Auf diese Weise lassen sich längere Maschinenstillstände elegant vermeiden.“

Dezentralisierte Intelligenz

Diese Entwicklung gehe einher mit einer Dezentralisierung, bei der die Intelligenz direkt an der Maschine gefragt ist. So würde sich auch die Spanntechnik weiterentwickeln zu cyberphysikalischen Betriebsmitteln. Ein Prozess, den auch der OPC UA-Standard und die darauf basierende universelle Schnittstelle umati des VDW (Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) beflügeln.

Im Kommen ist bei den Süddeutschen außerdem das Baukastenprinzip: Im Mittelpunkt steht eine zentrale Grundaufnahme, die sich mit verschiedenen Aufsätzen zu individuellen Spannmitteln kombinieren lässt. Für das System spreche der zweiteilige

Aufbau, der für Schwingungsarmut sorgt und so die Qualität der Zerspanung erhöht. Diebold: „Nur mit derartigen Innovationen werden wir uns auch bei einem Wirtschaftsabschwung behaupten können.“

Die digitale Transformation ist noch längst nicht ausgereizt. Die zunehmende Digitalisierung der Spannvorrichtungen ist auch ein wichtiges Thema bei der Hainbuch GmbH aus Marbach bei Ludwigsburg: Dieser Trend spiegelt sich aktuell in einer smarten Produktpalette, die von standardisierten Schnellwechsel-Schnittstellen, Plug-and-play-Spannkraftmessgeräten mit integrierter Software bis zum intelligenten Spannsystem reicht. „Die Felder der digitalen Transformation sind noch längst nicht alle ausgereizt“, blickt Konstruktionsleiter Alfred Hillinger in die Zukunft. „Es ist für mich ganz klar, dass Industrie 4.0 noch mehr Fahrt aufnehmen wird.“ Und das zeige sich auch in den Exponaten, die Hainbuch im März auf der METAV 2020 vorstellen wird.

Die komplette Themen-Bandbreite behandelt das Forum Spanntechnik des VDMA Präzisionswerkzeuge: Unter der Moderation von Peter Tausend (WTE Präzisionswerkzeug GmbH) und Philipp Ehrhardt (Römheld GmbH) geht es in sechs Vorträgen um „Spanntechnik – Lösungen für Megatrends“. Behandelt werden z.B. die Fragen, ob hochqualitative Werkzeugspanntechnik Kosten verursacht oder sie beeinflusst (Haimer GmbH), und wie sich Nullpunktspanntechnik beim 3D-Druck einsetzen lässt (Andreas Maier GmbH).

IFW-Chef Denkena: Trifft Vergangenheit die Zukunft?

Das Zusammenspiel mit Sensorik und Elektronik spielt – mit Blick auf die digitale Transformation – gleich mehrmals an diesem Mittwochvormittag eine Rolle: etwa beim feinfühligen, intelligenten Werkzeughalter der Heuchelheimer Schunk GmbH, bei den intelligenten und serialisierten Werkzeugsystemen für die vernetzte Fertigung von Morgen (Mapal Dr. Kress) oder der Verbesserung der Produktqualität durch sensorische Prozesskontrolle (Römheld GmbH). Mit Blick auf diese Beispiele für Metallbearbeitung und Industrie 4.0 fragt Prof. Berend Denkena, Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover und Vizepräsident der WGP (Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik), auf dem VDMA-Forum Spanntechnik provokativ: „Metallbearbeitung trifft Industrie 4.0 – Vergangenheit trifft Zukunft?“

Anmeldung zum VDMA-Forum Spanntechnik bis 23. Februar unter www.pwz.vdma.org

Text- und Bildquelle: Nikolaus Fecht im Auftrag des VDMA Präzisionswerkzeuge/ Hainbuch/VDMA

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Veröffentlicht von

Redaktion MY FACTORY

Produktionsverantwortliche stehen täglich vor komplexen Herausforderungen: eine flexible Fertigung von der Serie bis zu Losgröße 1 zu realisieren, die Digitalisierung der Produktionsprozesse voranzutreiben – und dabei Effizienz, Nachhaltigkeit und Sicherheit zu maximieren. In diesem Spannungsfeld gilt es, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir begleiten Produktionsverantwortliche auf dem Weg zur smarten Produktion.

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